Der Kontext

Durch den Pinienwald, der die toskanische Küstenlandschaft zwischen den Apuanischen Alpen und dem Vorgebirge des Monte Argentario nahezu durchgehend prägt, wird diesen Orten eine besondere Identität verliehen. Dies ist auch den speziellen Wohnsiedlungen inmitten der verschiedenen Pflanzen- und Baumarten zu verdanken.

Die Bebauung des Dünengebietes in der Nähe von Marina di Castagneto mit dem Pinienwald an der Küste geht auf den von Giancarlo De Carlo¹ in den fünfziger Jahren erarbeiteten städtebaulichen Plan zurück, der vordergründig auf der Geländestruktur beruhte und vorsah, die Seekiefern und Pinien unverändert zu erhalten. Innerhalb des Systems mit Wegen, die wie ein Liniennetz zwischen den Bäumen verlaufen, waren die hauptsächlich als Feriendomizile genutzten ein- oder mehrstöckigen Häuser zwanglos als Ansammlung von Objekten mit formellem und heterogenem Charakter angeordnet. Das Projekt von De Carlo rückte ein landschaftliches Ambiente ins Licht, das von Menschenhand gezähmt wurde, ohne dabei jedoch bestimmte raue Aspekte des Küstenlebens und die Umgebungen zu beeinträchtigen. Dies ist natürlich den Erfahrungen beim Bau in Küstengebieten zu verdanken, die auf die kulturelle Tradition Italiens zurückzuführen sind, die zwar ländlich, aber zugleich durchaus raffiniert ist und absichtlich gewählt wurde, um den Komfort der städtischen Wohnsitze hinzuzufügen.

Dennoch wird die von De Carlo dargestellte Vision nur in einigen Baubereichen im Pinienwald von angesehenen und erfahrenen Experten verfolgt, die vorwiegend aus der Florentiner, Mailänder und Turiner Schule stammen und Bauwerke erschufen, die auf Jahre zwischen 1950 und Anfang der 60er Jahre zurückgehen. Die errichteten Bauwerke, einerseits durch horizontale Flächen mit modernistischem Flair und andererseits durch plastische Darstellungen ohne räumliche Prahlerei gekennzeichnet, sind oftmals mit Stein verkleidet oder aus Sichtbeton gebaut, der als abstraktes Steinelement dient und sich zur lebendigen Einbindung in die Pinienlandschaft eignet.

¹Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Giancarlo_De_Carlo